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Prognose - EduSim

EduSim · der Datenpuls des Bildungssystems Was aus einem Jahrgang wird

EduSim bildet den Weg eines Jahrgangs von der Kita über Schule und Übergänge bis in Ausbildung, Studium und Arbeitsmarkt ab, für Deutschland und für alle sechzehn Länder. Das Modell ist an der amtlichen Statistik verankert und rechnet von dort aus vorwärts; neue amtliche Ist-Daten ersetzen die eigenen Vorausberechnungen für das jeweilige Jahr. Für Bund und Länder steht es als EduSim Analyse & Planung zur Verfügung: für die Analyse von Bildungsverläufen und ihren Einflussfaktoren und für die (integrierte) Bildungsplanung mit Vorausberechnungen, Szenarien sowie den Kosten und Erträgen veränderter Bildungsverläufe.

EduSim · das Gesamtkonzept Ein Datensystem für alle Ebenen

Am 21. Oktober 2026 haben wir EduSim als integriertes Datensystem vorgestellt, das von der einzelnen Kita und Schule über die Kommune bis zum Land und zum Bund reicht. Alle Ebenen arbeiten mit denselben Größen, jede mit der Datentiefe, die sie für ihre Entscheidungen braucht.

EduSim besteht aus zwei Teilen, deren Grenze der Rechts- und Aufgabenstellung der Beteiligten folgt. EduSim Analyse & Planung wird vom FiBS entwickelt und gerechnet und richtet sich an die öffentliche Verwaltung und die staatliche Steuerung: an Bund und Länder, an die Schulaufsicht und an die Kommunen als Schulträger bzw. als Jugendamt. Unter diesem Dach stehen die Werkzeuge der einzelnen Ebenen, EduSim Bildungsministerium, EduSim Schulaufsicht und EduSim Schulträger; EduSim Jugendamt ist in Vorbereitung. Das Gesamtmodell liefert die Vorausberechnungen für die Zahl der zukünftig zu erwartenden Kita-Kinder, Schüler und Lehrkräfte sowie für die Übergänge in die nachfolgenden Bildungsbereiche (Kita → Grundschule, Grundschule → weiterführende Schule, Schulabschluss → Ausbildung oder Studium), für Deutschland, jedes Bundesland und die einzelnen Kreise. Auf diesen Ebenen werden ausschließlich aggregierte Kennzahlen ausgewiesen.

Für Kitas und Schulen gibt es eigene Cockpits: EduSim Schule für Lehrkräfte, Klassen- und Schulleitungen sowie multiprofessionelle Teams und EduSim Kita für pädagogische Fachkräfte, Kita-Leitungen und Kita-Träger. Sie arbeiten mit den Daten der eigenen Kinder, die ausschließlich in der Einrichtung bleiben; angeboten werden die Cockpits über Neomera (www.neomera.de).

EduSim · Datenschutz durch Bauweise Nach oben fließen Kennzahlen, keine Namen

Wer heute über Schüler-ID und Bildungsverlaufsregister spricht, muss auch darüber nachdenken, wie es möglich ist, individuelle Bildungsverläufe datenschutzkonform analysieren zu können. EduSim beantwortet diese Frage über die Bauform: Personenbezogene Daten bleiben dort, wo sie entstehen, also in der Kita, beim Kita-Träger und in der Schule; Namen sehen nur diejenigen, die mit den Kindern arbeiten und die Klarnamen benötigen, also ohnehin kennen. Oberhalb dieser Schranke, bei Schulträger und Jugendamt, bei der Schulaufsicht und in den Ministerien, gibt es ausschließlich Kennzahlen. In die Gegenrichtung fließen Vorausberechnung, Forschungsbefunde und Rechtsstand.

Die Schranke ist zugleich die Grenze zwischen den beiden Teilen von EduSim: Oberhalb dieser Schranke liegt das Gesamtmodell des FiBS, darunter liegen die Cockpits der Einrichtungen. Kita und Schule bleiben getrennte Systeme mit getrennten Daten und treffen sich erst in der kommunalen und der Landesplanung, über Jahrgänge und Regionen, nie über Personen. Klassen, Lehrkräfte, Kitas und Schulen erscheinen in keiner Ebene in einer Rangfolge. Es wird allerdings in zukünftigen Versionen zu prüfen sein, wie die aufnehmende Grundschule von den Daten aus der Kita profitieren kann, damit sie nicht von vorne anfangen muss, sondern gleich weiß, welche Kinder kommen, und sofort mit dem passenden individuellen Lernpfad reagieren kann.

EduSim Analyse & Planung · die Steuerungsebenen Land, Schulaufsicht und Kommune sehen dieselben Zahlen, passgenau aufbereitet

Das Land sieht in EduSim Bildungsministerium Verteilungen statt Einzelwerte, etwa wo sich Schulen verbessern und wo nicht, wo Lehrkräfte fehlen und wo es ggf. intervenieren muss. Ist die Kindertagesbetreuung im gleichen Ministerium, dann kennt es auch deren Entwicklung; ist die Kindertagesbetreuung in einem anderen Ministerium, dann gibt es EduSim Familien-/Jugendministerium. Die Schulaufsicht arbeitet mit EduSim Schulaufsicht im jeweiligen Zuständigkeitsbereich und sieht, welche Schulen heute Unterstützung brauchen und wo alles gut läuft. Die Kommune plant in zwei getrennten Rollen: als Schulträger mit EduSim Schulträger für die Schulentwicklungsplanung und die Ausstattung der Schulen, als Jugendamt mit der Jugendhilfe- und Kita-Bedarfsplanung; EduSim Jugendamt ist in Vorbereitung. Alle Ebenen erhalten Kennzahlen, keine Namen.

EduSim Schulaufsicht: Das Schulamt sieht seinen Bezirk.
EduSim Schulträger: Die Kommune sieht, wo Geräte, Lernmittel oder Personal fehlen.

EduSim · Kohortenverläufe Fünf Geburtsjahrgänge

Flussdiagramm: Bildungsweg des Geburtsjahrgangs 1997
Geburtsjahrgang 1997
Flussdiagramm: Bildungsweg des Geburtsjahrgangs 2000
Geburtsjahrgang 2000
Flussdiagramm: Bildungsweg des Geburtsjahrgangs 2005
Geburtsjahrgang 2005
Flussdiagramm: Bildungsweg des Geburtsjahrgangs 2010
Geburtsjahrgang 2010
Flussdiagramm: Bildungsweg des Geburtsjahrgangs 2015
Geburtsjahrgang 2015

Jede Abbildung folgt einem Geburtsjahrgang über sieben Stufen — vom Kindergarteneintritt über die Schulform mit 14 und den Schulabschluss bis zum Zustand mit Mitte zwanzig. Bezugsgröße ist der ganze Jahrgang: rund 800.000 Personen. Die Randverteilungen sind amtlich, die Übergänge zwischen ihnen sind an denselben Personen beobachtet.

Die Kette wird kürzer, je später ein Jahrgang geboren ist: Der Jahrgang 1997 ist über alle sieben Stufen beobachtet, der Jahrgang 2015 steht erst am Anfang. Was eine Kohorte noch nicht erreicht hat, steht als grauer Platzhalter mit dem Grund da — nicht als Null.

PISA 2015, PISA 2025 und das Basisszenario 2040 Drei Jahrgänge im Vergleich

Balkendiagramm: Anteil der Fünfzehnjährigen unter Kompetenzstufe II in Mathematik, 2015 17,2 Prozent (137.056), 2025 34,4 Prozent (269.514), Basisszenario 2040 44,6 Prozent (314.659)

EduSim führt dieselbe Rechnung für drei Geburtsjahrgänge durch. Der Jahrgang 2000 wurde mit PISA 2015 getestet, der Jahrgang 2010 mit PISA 2025. Für den Jahrgang 2025, den PISA 2040 testen würde, steht das Basisszenario V0, das FiBS-PISA-2025-Kompetenzszenario, das die gemessene Entwicklung gedämpft weiterführt.

Anteil am Jahrgang (Anzahl)Jahrgang 2000
PISA 2015, gemessen
Jahrgang 2010
PISA 2025, gemessen
Jahrgang 2025
2040, Basisszenario V0
Fünfzehnjährige im Jahrgang797.303782.334706.148
unter Kompetenzstufe II in Mathematik17,2 % (137.056)34,4 % (269.514)44,6 % (314.659)
mit Studienberechtigung39,6 % (315.732)29,4 % (229.928)24,4 % (172.088)
mit tertiärem Abschluss25,1 % (200.123)19,3 % (151.225)16,5 % (116.373)
ohne Berufsabschluss15,0 % (119.595)17,5 % (136.987)18,8 % (132.756)

Der Anteil der Fünfzehnjährigen unter der Kompetenzstufe II in Mathematik ist zwischen 2015 und 2025 von 17,2 auf 34,4 Prozent gestiegen. Im Basisszenario gingen aus dem Jahrgang 2025 41,8 Prozent weniger Menschen mit einem tertiären Abschluss hervor als aus dem Jahrgang 2000.

Was gemessen und was gerechnet ist

Die Kompetenzwerte für 2015 und 2025 sind gemessen, sie stammen aus PISA. Alle Abschluss- und Arbeitsmarktwerte sind Modellrechnungen, und zwar in allen drei Jahrgängen: Sie entstehen aus den Kompetenzwerten über eine Brücke aus den Daten des Nationalen Bildungspanels, kalibriert am amtlichen Ist des Jahres 2015. Übergangs- und Durchlaufquoten hält das Modell auf dem Stand von 2024 fest, damit die Rechnung den Struktureffekt allein misst. Da die duale Übergangsquote des Hauptschulabschlusses seit 2015 tatsächlich um 17,0 Prozentpunkte gefallen ist, dürfte die ausgewiesene Wirkung eher eine Untergrenze sein. Der Wert für 2040 ist ein Szenario und keine Vorhersage; die Jahrgangsgröße 2040 stammt aus dem FiBS-Kohorten-Komponenten-Modell.

Der Abstand zwischen Trend und Ziel

Schreibt man die Entwicklung der Jahre 2015 bis 2025 fort, könnte Deutschland 2040 in Mathematik 72 Punkte unter dem Niveau von 2015 liegen, im Lesen 89 und in den Naturwissenschaften 45 Punkte. Um 2040 wieder das Niveau von 2015 zu erreichen, müssten die Leistungen in Mathematik ab 2025 jährlich um rund 2,8 Punkte besser werden. Die Fortschreibung ist ein Szenario und keine Vorhersage; sie zeigt die Größenordnung der Aufgabe, an der sich Maßnahmen messen lassen müssen.

Prognosegüte PISA 2025 Wie gut die eigene Prognose war

Die EduSim-Prognose für PISA 2025 wurde im Juli 2026 aus dem PISA-Erklärmodell Deutschland abgeleitet und am 8. September 2026 veröffentlicht: Mathematik 467, Lesen 477, Naturwissenschaften 482 Punkte, jeweils mit einem Band. Gemessen an der eigenen Auswertung der Mikrodaten stimmte die Richtung in sechs von sechs Fällen. Von den sechs Bändern hielt eines sicher, zwei lagen am Rand, drei wurden verfehlt. Im Lesen lag die Prognose 11,7 Punkte zu hoch, und der Risikoanteil wurde in allen drei Bereichen unterschätzt. Die vollständige Gegenüberstellung steht in der PISA-Nachlese 2026, Abschnitt 04.

EduSim · die Vorführung Das 17. Bundesland

Um alle Ebenen vollständig zeigen zu können, ohne ein reales Land vorzuführen, haben wir ein Land erfunden: das 17. Bundesland mit 5,1 Millionen Einwohnern, 30 Kreisen und einer Landeshauptstadt. Seine Kennwerte sind an realen Verhältnissen kalibriert, seine Reihen gehören aber zu keinem realen Land und keinem realen Kreis. In der Vorführung führt ein Klick von der Deutschlandkarte in das Cockpit des Landes und von dort über das Schulamt und den Schulträger bis in eine Musterschule und eine Musterkita.

So wird sichtbar, was eine Länderfassung von EduSim Analyse & Planung leistet: Kita-Bedarf, Schulnetz, Lehrkräfte, Abschlüsse und Übergänge hängen zusammen, und die Entwicklung kann sich von Kreis zu Kreis deutlich unterscheiden.

Jeder Kreis entwickelt sich anders

Im 17. Bundesland geht die Zahl der Kinder unter drei Jahren bis 2040 im Landesdurchschnitt um rund 6 Prozent zurück. Zwischen den Kreisen reicht die Spanne aber von etwa minus 19 Prozent bis plus 7 Prozent. Für die Kitaplanung ist der Landesdurchschnitt deshalb eine schwache Richtschnur; entscheidend ist der Verlauf im einzelnen Kreis. Die Karte ist schematisch, Lage und Grenzen der Kreise sind erfunden.

Evidence Lab EduSim nutzen

EduSim Analyse & Planung ist ein Modell des FiBS. Ministerien, Landesinstitute und Kommunen können eigene Vorausberechnungen und Szenarien beauftragen, als Länderfassung mit ihren Kreisen und Schularten. Die Cockpits für Einrichtungen, EduSim Schule und EduSim Kita, bietet Neomera an; dort werden derzeit Pilotschulen und Pilotkitas gesucht (www.neomera.de).

822.967 Datenzeilen im Modellkern · 969 Indikatoren · 17 Regionen (Bund und 16 Länder) · 1951–2075 · rund 1.900 geprüfte Studienbefunde

Quelle: EduSim-Datenkern, Stand 21.10.2026; FiBS-Evidenzdatenbank.


Ansprechpartner

Dr. Dieter Dohmen
+49 (0)30 8471223-0
d.dohmen@fibs.eu 

Forschungsschwerpunkte:
Bildungsfinanzierung
Bildungsplanung
Bildungsmanagement
Bildungsmarketing
Demografie
Arbeitsmarktökonomie
Bildung und Strukturentwicklung
Technologische Leistungsfähigkeit und Innovation
Bildungs-Benchmarking
Bildungszugang
Bildungsqualität
Lebenslanges Lernen
Gender-Budgeting
Steuertransfersysteme
Kosten-Wirksamkeitsanalysen
Kosten-Nutzen-Analysen