Menü

Aktuelles

Entwurf der Bundesregierung zum Qualifizierungschancengesetz wirft viele Fragen auf.

21.09.2018

Arbeitsplatznahe Weiterbildung ist nach einer neuen Studie des FiBS ein zentraler Eckpfeiler für die Innovationsfähigkeit von Betrieben wie auch ganzer Volkswirtschaften. Dies gilt insbesondere, wenn der Arbeitsplatz selbst mit unterschiedlichen Herausforderungen für die Beschäftigten verbunden ist.

Vor diesem Hintergrund begrüßt das FiBS den aktuell vorgelegten Entwurf der Bundesregierung zum Qualifizierungschancengesetz, das u.a. die finanzielle Förderung von Weiterbildungsangeboten für Beschäftigte unabhängig vom Alter, Ausbildung und Betriebsgröße vorsieht. Ziel ist es, den Herausforderungen durch Digitalisierung, Strukturwandel und Fachkräfteengpässen durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen zu begegnen. Neben der Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen von mindestens vier Wochen Dauer erhalten die Arbeitgeber Zuschüsse zum Arbeitsentgelt für die Dauer der Weiterbildung. Insgesamt ist im Gesetzentwurf die Rede von jährlichen Ausgaben von etwa 1 Mrd. Euro bezogen auf Leistungen zur aktiven Arbeitsförderung und Ausgaben für Arbeitslosengeld. Die Förderung erfolgt durch die Bundesagentur für Arbeit.

Mit dem Gesetzentwurf hat die Bundesregierung einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Weiterbildungsförderung vollzogen. Der Ausbau des derzeitigen Förderkatalogs der öffentlichen Hand mit einer Adressierung deutlich größerer Zielgruppen ist grundsätzlich zu begrüßen. Dennoch bleiben etliche Fragen: So ist einerseits unklar, ob und inwieweit die Strukturen der BA gegenwärtig kapazitär ausreichen und diese auch hinsichtlich der zusätzlichen Aufgaben hinreichend vorbereitet ist, um die Gesetzesvorgaben praktisch umzusetzen. Vorliegende Studien verweisen zudem darauf, dass die Beratungsqualität weiter verbessert werden sollte. Es stellt sich zudem die Frage, unter welchen Vorgaben in diesem Zusammenhang die im Entwurf vorgesehene Bildungsberatung durch die BA erfolgen soll. Insbesondere bleibt offen, nach welchen Maßstäben darüber entschieden wird, wer vom Strukturwandel im Einzelfall betroffen ist bzw. welche Weiterbildungsbedarfe aus diesem resultieren und welche nicht sowie welche Erfolgskriterien für die Finanzierung von Individuen, Betrieben und Maßnahmen herangezogen werden sollen.

Zu bezweifeln ist weiterhin, dass die zur Verfügung stehenden Mittel von ca. 1 Mrd. Euro ausreichend sind, um nachhaltige Erfolge im großen Umfang zu erzielen. Zu bedenken ist dabei, dass Weiterbildungen über mehrere Wochen allein was die Teilnahmegebühren betrifft schnell im mittleren vierstelligen Bereich liegen.

Ebenfalls offen bleibt, wie die Unterstützung besonders weiterbildungsbedürftiger Personengruppen gewährleistet ist, wenn der Arbeitgeber einer nach dem Qualifizierungschancengesetz geförderten Weiterbildung nicht zustimmt oder wenn Beschäftigte sich eigenverantwortlich weiterqualifizieren möchten. An dieser Stelle weist der Gesetzentwurf eine Lücke auf, die durch andere derzeit existierende Instrumente nicht bzw. nur unzureichend geschlossen werden kann.  

Fraglich bleibt schließlich, in welchem Ausmaß Weiterbildung über vier und mehr Wochen wirklich dazu beitragen kann, den sich schnell veränderten Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt gerecht zu werden. „Herausforderungen durch Digitalisierung sind oftmals kleinteilig und mit dem unmittelbaren Arbeitsplatz verbunden. Die erforderlichen Kompetenzen der betroffenen Beschäftigten entwickeln sich daher vor allem auch informell und im betrieblichen Umfeld.“ so Dr. Michael Cordes vom FiBS. Kurze Anpassungsmaßnahmen, z.B. an neue Software etc., werden vom Gesetzentwurf ebenso wenig erfasst wie Maßnahmen von ein oder zwei Wochen, die fokussiert bestimmte Aspekte veränderter Arbeitsaufgaben vermitteln. Diese wenigen Beispiele zeigen, dass der Entwurf eine Unterstützung für Betriebe vermissen lässt, ergänzend arbeitsplatznahes Lernen zu ermöglichen und zu gestalten. Dies würde sowohl die Innovationsfähigkeit von Betrieben als auch der Anpassungsfähigkeit an die sich rapide verändernden Anforderungen auf allen Mitarbeiterebenen unterstützen.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hält es für „weiterhin plausibel“, dass sich das Bevölkerungswachstum Berlins ab 2020 von derzeit knapp 40.000 pro Jahr auf 7.500 Personen verringern wird.

19.09.2018

Nach einem Bericht des Tagesspiegel vom 18. September 2018 hält die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen es für „weiterhin plausibel“, dass sich das Bevölkerungswachstum ab 2020 von derzeit knapp 40.000 Personen pro Jahr auf 7.500 verringern wird.
Es bleibt ein Rätsel, von welchen Annahmen die Senatsverwaltung ausgeht, wenn sie einen derartigen massiven Rückgang des Bevölkerungswachstums für „plausibel“ hält bzw. welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen. „Will Berlin ernsthaft so unattraktiv werden, dass in großem Maße Abwanderung stattfindet?“, fragt Dieter Dohmen, der FiBS-Direktor. Er ergänzt „Berlin hat in den vergangenen Jahren eine Dynamik erreicht, die selbst bei weiterer Abschwächung des Bevölkerungswachstums das Überschreiten der Marke von 4 Mio. Einwohner/innen bis zum Jahr 2030 sehr wahrscheinlich macht. Wenn die Senatsverwaltung derart illusorische Entwicklungsannahmen für plausibel hält, ist es kein Wunder, wenn Berlin auf das Wachstum unzureichend vorbereitet ist. Es wäre vielmehr zwangsläufig.“
Das FiBS stellt am 7.November 2018 im Rahmen der Veranstaltung „Qualifizierung in und für Berlin 2030“ die Ergebnisse einer eigenen Bevölkerungsprognose vor.

 


Zersplitterte Welten: Hochschulen im Jahr 2030. Projektvorstellung AHEAD

11.09.2018

Das AHEAD-Projekt von FiBS Forschung und HIS-HE führt im Auftrag des BMBF ein Horizon-Scanning zur Auswirkung der Digitalisierung auf die Hochschulbildung im Jahr 2030 durch. Die Entwicklungslinien für die Bereiche Wissens- und Kompetenzanforderung, Didaktik sowie digitale Lernszenarien werden vom Projektteam in Form eines kurzweiligen Rundgangs im Raum (gallery walk) präsentiert.

zur Anmeldung

zur Projektwebseite


Handbuch zur Politik des Hochschulwesens mit Beitrag von Dieter Dohmen

09.07.2018

Im Handbuch zur Politik des Hochschulwesens ist ein Beitrag von Dieter Dohmen zum Thema "Higher Education funding in the context of competing demands for government expenditure" erschienen. Das Buch wird demnächst auf der Konferenz "Aufbau von Evaluierungssystemen für das Hochschulwesen für die globale Ära" ("Constructing Higher Education Evaluation Systems for the Global Era") vorgestellt, die an der Tsinghua Universität in Peking stattfindet.

Zur Publikation


Welches Grundverständnis der studentischen Leistung spiegelt sich in den Verfahren der leistungsorientierten Finanzierung wider? - ein internationaler Vergleich

09.07.2018

Im Artikel "Revisiting Student Performance as a Cornerstone of Higher Education. How is Student Performance Reflected in Performance-Based Funding?" argumentieren Alex Usher (HESA, Kanada) und Dominic Orr (FiBS) mittels einer vergleichenden Betrachtung, dass Governance-Systeme im Hochschulbereich bisher eher auf einem administrativen Verständnis von Hochschulbildung basieren. Die Autoren stellen dabei zugleich in Frage, ob Governance- und Steuerungsinitiativen geeignete Arten von Leistungserfassung fördern.

Zum Artikel und Buch


Befragung von Jugendlichen in Lateinamerika zum Thema Zukunft und Bildung

04.07.2018

Im Rahmen einer Online-Befragung berichten Jugendliche über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Bildungssystem und äußern sich zu ihren Zukunftsplänen bezüglich Bildung, Fremdsprachen und Auslandserfahrungen. Die Befragung wird im Rahmen des Projekts „Zukunft der Bildung“ vom FiBS und dem Goethe-Institut durchgeführt. Die Online-Befragung findet vom 11. Juni bis 15. August 2018 statt.

Zum Projekt


Artikel zu Hochschul-Digitalisierung im Blog der International Association of Universities

12.06.2018

In dem Artikel argumentieren Dominic Orr und seine Ko-Autoren, dass Digitalisierung einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit im Europäischen Hochschulraum leisten kann. Man muss die Technologie nur gezielt und strategisch einsetzen.

Zum Artikel


Aktueller Entwurf des Bologna-Kommuniqués spricht Digitalisierung deutlich höhere Wertung innerhalb des Bologna Prozesses zu

25.05.2018

Ab heute treffen sich die Bildungs- und Wissenschaftsminister aus den 48 Unterzeichnerstaaten der Bologna-Erklärung in Paris. Nach anfänglicher Vernachlässigung des Themas Digitalisierung in den ersten Fassungen des Ministerkommuniqués sieht der aktuelle Entwurf für die Digitalisierung eine zentrale Rolle in Zusammenhang mit der Erreichung der Bologna-Ziele vor. Diese Entwicklung reflektiert ein Positionspapier, das von einem Autorenkollektiv um Dr. Dominic Orr vom FiBS im Januar veröffentlicht wurde. Weitere Informationen zum Positionspapier finden Sie hier.


Veröffentlichung von Trenddaten zum Bologna-Prozess im europäischen Hochschulraum

23.05.2018

Heute wird der Bologna Process Implementation Report beim Ministertreffen in Paris vorgestellt. Der Report umfasst qualitative und quantitative Daten aus den 48 Unterzeichnerländern zu den europaweiten Trends im Hochschulbereich. Das FiBS hat an der Datensammlung und Interpretation mitgearbeitet und darüber gebloggt.


Zusammenarbeit zur Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts für ein Iranisch-Deutsches Zentrum

17.05.2018

FiBS und die Islamic Azad University in Teheran (IAU) verabreden eine umfassende und langfristige Zusammenarbeit zur Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts für ein Iranisch-Deutsches Zentrum für lebenslanges Lernen in Iran. Das FiBS soll maßgeblich für die Entwicklung des modernen, innovativen und bereichsübergreifenden Konzepts und die Unterstützung bei der anschließenden Umsetzung verantwortlich sein. Längerfristig ist die Übertragung dieses Konzepts in weitere Länder in der Region bzw. im arabischen Raum angedacht.
Die IAU ist mit 1,7 Mio. Studierenden die größte Universität der Welt und ist darüber hinaus auch Betreiber von Schulen und Berufsschulen.


Die strategische Einbettung neuer Technologien in Hochschulen ist selten

09.05.18

Neue Studie des FiBS in Zusammenarbeit mit dem Institute of Educational Technology der Open University zum Thema Digitalisierung des Hochschulangebots.

Zur Pressemitteilung


Towards a Bologna Digital strategy for higher education

04.05.18

Am Wochenende wurde unsere Bologna-Digital-Initiative bei University World News veröffentlicht.

Zum Artikel


Instabile Lage

01.05.18

Diesen Monat erscheint in der aktuellen Ausgabe von Forschung und Lehre ein Artikel von Dieter Dohmen und Lena Wrobel zum Thema Hochschulfinanzierung.

Zum Artikel