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Schüler- und Lehrkräftevorausberechnungen von FiBS, KMK, Bertelsmann Stiftung, GEW und Klaus Klemm im Vergleich Lehrkräftebedarf bis 2035

Studie
Dr. rer. oec. Dieter Dohmen
Lehrkräftebedarf bis 2035

Lehrkräftebedarf bis 2035

Studie

Beteiligte interne Autor/innen:

Dr. rer. oec. Dieter Dohmen

Erscheinungsdatum:

An den allgemeinbildenden Schulen könnten zwischen 2026 und 2035 rund 87.000 Lehrkräfte fehlen, vor allem an den Schulformen der Sekundarstufe I neben dem Gymnasium.

Innerhalb eines Jahres haben die Bildungsministerkonferenz, die GEW und Klaus Klemm neue Berechnungen zur Entwicklung von Schülerzahlen und Lehrkräftebedarf vorgelegt, deren Ergebnisse erkennbar auseinandergehen. Das FiBS-Forum Nr. 84 aktualisiert unsere Vorausberechnung aus dem Jahr 2024 mit den Ist-Daten bis einschließlich des Schuljahres 2025/26 und stellt sie den anderen Berechnungen gegenüber.

Im Schuljahr 2025/26 besuchten 8.998.175 Schüler eine allgemeinbildende Schule. Nach unserer aktuellen Vorausberechnung steigt ihre Zahl noch bis 2028 auf 9,16 Mio., geht bis 2035 auf 8,66 Mio. und bis 2040 auf 7,93 Mio. zurück. Entscheidend für den Lehrkräftebedarf ist allerdings weniger die Zahl der Schüler als der Ersatzbedarf für Lehrkräfte, die den Schuldienst dauerhaft verlassen. Ihr Anteil am Bestand lag seit dem Schuljahr 2015/16 in jedem Jahr zwischen 5,0 und 6,8 Prozent, während der Einstellungsbedarf der KMK, gemessen an unserem Bestandspfad, einer Ersatzrate von nur 3,8 Prozent entspricht.

Bei unveränderten Schüler-Lehrkraft-Relationen und der gemessenen Ersatzbedarfsrate errechnet sich für die allgemeinbildenden Schulen zwischen 2026 und 2035 ein Einstellungsbedarf von 356.570 Lehrkräften. Dem steht nach den Berechnungen der Länder ein Einstellungsangebot von 269.862 Neuabsolvierenden des Vorbereitungsdienstes gegenüber, so dass rund 87.000 Lehrkräfte fehlen würden. Der Mangel konzentriert sich auf die Sekundarschulen und dort auf die Schulformen der Sekundarstufe I neben dem Gymnasium, auf die rund 82.000 entfallen, während an den Grundschulen ein Überschuss von rund 11.000 Lehrkräften entstehen könnte.

Wollte man zugleich den Anteil der Lehrkräfte ohne anerkannte Lehramtsprüfung, der im Schuljahr 2025/26 bei 11,2 Prozent lag, bis 2035 halbieren, müssten rund 52.000 Lehrkräfte zusätzlich qualifiziert werden, über formal qualifizierte Neueinstellungen oder über berufsbegleitende Nachqualifizierungen der heute Beschäftigten.

Das vollständige FiBS-Forum Nr. 84 finden Sie hier.